Da diesbzüglich bisweilen Unklarheit herrscht, weisen wir an dieser Stelle auf zwei Passagen des Rahmen-Hygieneplans für Alten- und Pflegeheime * hin.

3.2.4.   Wäschehygiene und Bekleidung

Das Einsammeln und der Transport gebrauchter Wäsche soll in reißfesten, ausreichend keimdichten, ggf. feuchtigkeitsdichten Textil- oder Foliensäcken bzw. Wäschebehältern erfolgen. Für Wäsche aus Altenpflegeheimen und mit Stuhl, Urin oder Blut verunreinigte Wäsche aus Altenheimen gilt: kein nachträgliches Sortieren: Sammeln + Transport in keimdichten, reißfesten, feuchtigkeitsdichten Säcken.
Strikte Trennung zwischen Schmutzwäsche und sauberer Wäsche bei der Lagerung. Mindestens 1-2 x pro Woche Schmutzwäscheabtransport.
Die Häufigkeit des Wäschewechsels ist vom Verschmutzungsgrad abhängig. Grundsätzlich ist verunreinigte Wäsche sofort zu wechseln. Darüber hinaus können folgende Richtwerte herangezogen werden:

Bewohner

  • Wäschewechsel
    - Bei Verschmutzung sofort, sonst Bettwäsche alle 2 Wochen, bei Bettlägerigen wöchentlich.
    - Handtücher 2 x wöchentlich
    - Waschlappen tgl., besser Einmalgebrauch
    - Unterwäsche aller 2 Tage
  • Wäschebehandlung
    - Wäsche aus Altenpflegeheimen und Krankenstationen von Altenheimen ist so zu behandeln, dass sie frei von Mikroorganismen ist, die Infektionen auslösen können. Die Behandlung hat mit einem RKI-gelisteten desinfizierenden Waschverfahren zu erfolgen. Für Oberbekleidung ist im allgemeinen kein solches Verfahren notwendig.
    - Einzelheiten s. Anforderungen der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei und den Waschvorgang und Bedingungen für die Vergabe von Wäsche an gewerbliche Wäschereien, Anlage zu den Ziffern 4.4.3 und 6.4 der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (Bundesgesundheitsblatt 7/1995, S. 280)
    - Wäsche aus Altenheimen: Leib-, Bettwäsche, Handtücher bei mindestens 60°C; Wäsche der einzelnen Heimbewohner in einem separaten Waschgang waschen.
  • Aufbereitung Kopfkissen, Einziehdecken
    - Das Material muss eine Behandlung wie Kochen oder Desinfektion zulassen (Herstellerangaben).
    - Federfüllung ist nur personenbezogen möglich.
    - Bei Verunreinigung sofort, bei Bewohner- bzw. Benutzerwechsel, sonst halbjährliche Behandlung mit Desinfektionswaschverfahren oder Dampfdesinfektion.

3.4.2.   Tierhaltung

Bei der Planung und Umsetzung der Tierhaltung ist ein enger Kontakt mit den zuständigen Gesundheits- und Veterinärämtern dringend zu empfehlen.

  • In Altenheimen ist Tierhaltung unter folgenden Bedingungen möglich:
    - uneingeschränkte Sauberkeit der Räume, Käfige, Volieren, der Trink- und Futterbehälter
    - regelmäßiges intensives Lüften und täglich feuchtes Wischen der Räume, in denen Tiere gehalten werden (Verzicht auf Teppichböden).
    - artgerechte Haltung, regelmäßige Fütterung und Pflege
    - regelmäßige tierärztliche Überwachung (Impfung, Parasitenbehandlung)
    - konkrete Verantwortlichkeit für die Pflege- Kontrolle der Pflege durch das Heimpersonal
    - separate Lagerung von Futter und Pflegeutensilien ( Streu, Stroh, Reinigungsgeräte)
    - gründliche Händehygiene nach dem Umgang mit Tieren

Neben positiven psychologischen Aspekten ist das Risiko von Allergien verschiedener Stärke, von Infektionen, Parasitenbefall sowie Biss- und Kratzverletzungen zu berücksichtigen.

In Altenpflegeheimen sollte keine Tierhaltung erfolgen, da das Infektionsrisiko bei bettlägerigen und/oder immungeschwächten Bewohnern nicht kalkulierbar ist.


 

* Quelle: Rahmen-Hygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz für Alten- und Altenpflegeheime (nach Heimgesetz - sinngemäße Anwendung für Heime und Behinderte), erarbeitet vom Länder-Arbeitskreis zur Erstellung von Hygieneplänen nach §36 IfSG, Stand: November 2001