Wissenschaftler weisen darauf hin, dass durch die Verwendung von alkoholischen Desinfektionsmitteln  Ethylenglucuronid (EtG) im  Urin nachgewiesen werden kann. Da EtG als Marker für Alkoholkonsum bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis (MPU) genutzt wird, kann es zu positiven Ergebnissen kommen und die Wiedererlangung des Führerscheins erschweren oder verhindern.

Kein Führerschein trotz Alkoholabstinenz durch Händedesinfektion?

Die bei der Desinfektion durch die Haut und den Atem aufgenommenen Mengen an Alkohol sind toxikologisch unbedenklich. Aber EtG lässt sich länger im Körper nachweisen als Alkohol.

Aus diesem Grunde empfehlen die Autoren, mindestens 24 Stunden vor der MPU keine alkoholischen Präparate zu Händesdesinfektion zu verwenden. Nach häufiger Anwendung ethanolischer Händedesinfektionsmittel, zum Beispiel während eines Nachtdienstes, sollte keine Abstinenzkontrolle stattfinden.


Vgl. Günter Kampf, Christian Meißner: Bedeutung der Händedesinfektion beim Nachweis der Alkoholabstinenz, in: Hygiene & Medizin 12/2016, S. D189 ff.